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Kiten

Rügen ist ein wahren Paradies für Kiter, mit Spots für alle Windrichtungen, Vorlieben und Könnensstufen. Vom Flachwasserspot für Einsteiger und Freestyler bis zum HArdcore Wavespot ist alles dabei. Unser Ferienhaus "Captain Hook" liegt genau mittendrin, so dass die meisten Spots innerhalb kürzester Zeit erreichbar sind. Und weil Ihr bei uns kostenloses WLAN habt könnt Ihr beim Frühstück in aller Ruhe die Windbedingungen und Spotguides abchecken und die beste Location für den Tag aussuchen!

Die Bedingungen sind hier genauso traumhaft wie z.B. auf Fehmarn und es ist weniger los auf dem Wasser. Sogar die KITEBOARDING hat Rügen schon einen eigenen Spotguide/Artikel gewidmet.

Zuguterletzt noch eine bitte: Im Grunde sind viele Spots die gleichen wie die Windsurfspots, aber da hier leider (immernoch) mit zweierlei Mass gemessen wird, verhaltet Euch bitte besonders vorbildlich... Haiko von PROBOARDING hat hier harte Arbeit geleistet um das Kiten zu ermöglichen und es wäre schade wenn wieder Gründe gefunden werden um das Kiten zu verbieten... Unten findet Ihr den "Ehrenkodex" von Proboarding und eine Liste von Schulen und Stationen.

klickt auf die Sterne für Kurzinfos, mehr Informationen weiter unten auf der Seite.

Spots:

Drewoldke und Glowe

Drewoldke liegt am nördlichen Ende der Schaabe, einem 12km langen feinen Sandstrand mit türkiisfarbenem Wasser. Im Süden Schaabe liegt der Spot Glowe. Da das Hinterland sehr Flach ist, ist jede Windrichtung hier surfbar. Bei Ost gibt es bis zu 4m hohe Wellen die etwa 100m vor dem Strand auf der Sandbank brechen, so dass der Einstieg unproblematisch ist. Die besten Bedingungen gibt es bei Nordost, Sidshore von links mit Wellen am Norden des Spots und Flachwasser im Süden. In Glowe kommt der Ostwind sideshore von rechts so dass die Wellen etwas kleiner sind, eine gute Ausweichmöglichkeit wenn es einem in Dewoldke zu heftig wird. Glowe ist ein Wavespot für Nordost bis Südost, mit Wellen bis 2m. Bei West gibt es spiegelglattes Wasser und der Spot wird zur Speed- und Freestylepiste. Allerdings ist Westwind KOMPLETT ablanding und es ist weit bis nach Polen, also bitte nur mit Boot!!!!! Im Sommer (Juli/August) sind an der Schaabe sehr viele Badegäste, so dass man hier meist nur bei Starkwind kiten kann. In jedem Fall die Badezonen respektieren und genug Sicherheitsabstand halten!!!

Dranske

Dranske ist ein Flachwasserspot (bis zu 300m Stehrevier) mit Zugängen für alle Windrichtungen, entweder auf dem Bodden oder auf der Ostsee. Hier haben schon Weltmeisterschaften stattgefunden und es finden regelmässig Wettkämpfe statt. Es gibt grosse Stehbereiche, allerdings sollte man eine Seegrasfinne dabeihaben. Bei Ost und Westwind gibt es südlich von Dranske einen Düseneffekt der zu einer erheblichen Verstärkung führt. Der Spot in Dranske ist vor allem bei östlichen Winden gut surfbar.

Von Breege aus einfach zu finden, über Altenkirchen nach Dranske fahren, auf der Hauptstrasse den Ort durchqueren bis zum Spot.

Wiek

Wiek bietet ein grosses Stehrevier (etwa 400m vom Strand) mit super Flachwasserbedingungen, weiter draussen in der Fahrrinne gibt es auch Wellen zum Springen. Man kann hier bei allen Windrichtungen fahren bis auf Ost (ablandig). Bei West wird das Wasser flacher, also an die Finne denken! Manchmal gibt es hier Seegras, so dass sich eine Seegrassfinne lohnen kann. Rechts liegen in 2km Entfernung ein paar Steine im Wasser, sonst keine Gefahren.

Einfach dem Wieker Weg nach Wiek folgen, durch den Ort durch und dann rechts auf der Strasse der Jugend zum Campingplatz Surf und Kite Camp. Der Platz ist ganzjährig geöffnet und bietet Stellpläte für 5€ am Tag. Ausserdem gibt es eine Wiese zum Aufriggen. Bis zum Hafen kostet das Parken 10€ am TAg und ist nur in den ausgewiesenen Parkboxen erlaubt.

Suhrendorf

Suhrendorf bietet mit 12km Länge und 400m Breite das größte Stehrevier Deutschlands, so dass reichlich Platz für alle herrscht und der Spot nie überfüllt ist. An der Kante des Stehreviers bricht sich die Windwelle, so dass im Stehrevier ideale Flachwasserbedingungen herrschen. Am nördlichen Ende (vom Strand aus rechts) wird der Wind bei Nordost durch einen lokalen Düseneffekt um ca. 1-2 Bft. verstärkt, so dass man hier manchmal schon ins Rutschen kommt, wenn die anderen noch im Liegestuhl dösen...

Nach Suhrendorf kommt man über die B96 Richtung Bergen, in Samtens links Richtung Gingst abbiegen, dort links Richtung Ummanz. Weiter den Schildern zum Campingplatz "Ostseecamp Suhrendorf" folgen.

Kreptitz

Kreptitz ist nur für Fortgeschrittene zu empfehlen, da es einen kräftigen Shohrebreak mit bis zu 4m hohen Wellen gibt, die in kurzen Abständen laufen. Dafür haben die Könner die Wellen für sich, da sich nur weniger Surfer nach Kreptitz verirren. Die besten Wellen gibt es bei Nordwest, bei Südwest ist der Wind stärker und konstanter. Süd und Ost sind ablandig, daher besser nach Neu Mukran ausweichen.

Nach Kreptitz fährt man von Breege aus Richtung Altenkirchen, dann weiter geradeaus Richtung Wiek und etwa auf halber Strecke zwischen Altenkirchen und Wiek geht es rechts ab Richtung Starrvitz. In Kuhle rechts nach Gramtitz fahren, dann rechts Richtung Kreptitz. Hinter den Ferienwohnungen in der Kreptitzer Heide igibt es eine Wiese zum Aufriggen. Um zum Wasser zu gelangen muss man sein Material die Treppe zum Strand runtertragen.

Schaprode

Schaprode liegt am Schaproder Bodden und bietet bei Süd bis Nord ein Stehrevier für Heizer bei Süd bis Nord, allerdings sollte man eine Seegrasfinne dabeihaben... Von Breege auf der 96 über Altenkirchen und Wiek nach Trent. Rechts abbiegen Richtung Schaprode, dann Richtung Campingplatz Schaproder Bodden.

Neu Mukran

Neu Mukran ist der beliebteste Wavespot auf Rügen und für Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermassen geeignet. Es gibt einen kurzen Stehbereich und die Wellen brechen erst etwas weiter draussen auf der Sandbank, was den Einstieg erheblich vereinfacht. Bei sehr starkem Wind gibt es auch einen Shorebreak zu überwinden, dafür wird man an der Sandbank mit bis zu 4m Wellen belohnt. Die besten Wellen gibt es bei östlicher Windrichtung. Man fährt über Glowe, an Sagard vorbei Richtung Bergen und biegt kurz nach Sagard links ab Richtung Wostevitz, dann rechts Richtung Binz, durch Neu Mukran durch bis zum Parkplatz auf der linken Seite.

Thiessow

Thiessow eignet sich bei Ostwind (ablandig) perfekt für Heizer, denn dann ist das Wasser superflach. Es gibt einen kleinen Stehbereich von 30-70m und eine Schule mit Motorboot, so dass auch Anfänger dort surfen können. Bei Nordwest gibt es bis zu 2m Wellen, die besten Wellen (und leider auch Seegras, Grasfinne nicht vergessen!) gibt es bei Südwest .

Von Breege führt der Weg entweder über Glowe/Sagard/Binz oder über Wiek und Bergen nach Sellin und Baabe, dann weiter nach Thiessow (ausgeschildert). Der Spot liegt auf dem Campingplatz Surf-Oase Klein Zicker wo es eine Wiese zum Aufriggen gibt.

Rosengarten

Rosengarten liegt im Südosten der Insel und ist nur auf unbefestigten Wegen zu erreichen. Bei Wind von Süd- bis Nordost kann man kilometerweit paraller zum Ufer kiten. Sehr grosser Stehbereich. Die Wellen sind stark abgeschwächt, aber immer noch stark genug um schöne Kicker zu bilden.


Weitere Spotinformationen:

http://surfspots.de/surfspots/europa/deutschland/mecklenburg

http://www.kitebeaches.com/kitesurf/region/state_mecklenburg_vorpommern.html

http://www.spotnetz.de/index.php/Ruegen

http://www.proboarding.de/proboardingruegen/kitesurf-spots

 

Ehrenkodex:

Wir wollen unsere Kitesurfspots auf Rügen “sicher und sauber” halten. Aber vor allem möchten wir hier auch noch in Zukunft Kitesurfen. Bitte zeigt daher Einsatz und verhaltet euch dementsprechend. Vielen Dank für eure Unterstützung.

- safty first !
- nehmt Rücksicht auf Badegäste / Nichtkiter / Saisonzeiten am Strand / DLRG usw.
- helft euch untereinander
- hinterlasst keinen Müll
- parken nur auf den dafür angegebenen und ausgeschilderten Flächen / Parkplätzen
- “Verhalten” jeder Kitesurfer verkörpert und veranschaulicht öffentlich den Wassersport


 

Aktueller Wind:

Windmesswerte

Windvorhersage:

Schulen und Stationen:

Proboarding Schule und Shop

Dörpstrat 35
18586 Ostseebad Thiessow Ortsteil Klein Zicker
Tel.: 038308-85916
Mobil: 0174-9111922
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

www.proboarding.de

Dr. Kite

Dranske

www.ust-ruegen.de

Kitenoobs

www.kitenoobs.de

Kite Island

Die angebotenen Kitekurse lassen sich exakt an alle Bedürfnisse anpassen, ob Anfänger, Aufsteiger, Schnupperkursinteressierter oder Profi, Abschluss mit VDWS-Kitelizenz möglich, Vermietung uvm.

Ostseecamp
18569 Suhrendorf

Tel.: 038305 / 82240
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http://www.surfen-auf-ruegen.de/kite-island/index.php?id=home

Kite-Sport-Schule FLY-A-KITE

Schupperkurse, Einsteigerkurse, Aufbaukurse, Privatunterricht uvm. Keine festgelegten Temine, d.h. jeder Kurs findet in Abhängigkeit vom Wind individuell statt.

Campingplatz Drewoldke
18556 Altenkirchen

Tel. (03 83 91) 76 08 80

Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

http://www.fly-a-kite.de

Kitesurfen lernen auf Rügen

Info: Tageskurs (4 Stunden), Anfängerkurs (3 Tage/12 Stunden), Kitekurs (4 o. 5 Tage/16 Stunden), betreutes Kiten 4 Stunden uvm.

Strandstraße 5
18586 Baabe (Ostseebad)

Tel. (0 38 30 3) 9 55 65

Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

http://www.kitesurfen-ruegen.de/

Spotguide Rügen

(erschienen im Kiteboarding Magazin)

Ich muss nicht lange überlegen, als ich eine Einladung der langjährigen Pensionswirte meiner Eltern im Briefkasten finde. Rügen bedeutet mir viel: lange Feriensommer, endlose weiße Sandstrände, versteckte Buchten, reetgedeckte Häuser, Fischer, die ihre Netze am Hafen flicken, Erholung, Salz, Sonnencreme und Wind. Ich reiche meinem Chef den Urlaubsantrag ein, packe meine Klamotten und mache mich auf den Weg nach Nordosten.

Die Sonne kämpft sich durch den Nebel des Frühsommers, als sich hoch und mächtig der neue Rügendamm vor mir aufbaut. Angler stehen auf der alten Dammbrücke, weiße Schaumkronen überziehen die Ostsee. Ich werde nervös – Wind! Kurzerhand entschließe ich mich gegen den direkten Weg in mein Bett und biege Richtung Garz und Rosengarten ab. Rosengarten ist einer der beliebtesten Kitespots der Insel. Es ist ein riesiges Stehrevier, das fernab von Urlauberhochburgen und überfüllten Stränden

liegt. Ich holpere den langen Feldweg entlang und sehe die ersten Kites schon am Himmel stehen. Auf der Wiese baue ich auf, lasse mir noch einige Hinweise zum Revier geben und schon bin ich auf dem Wasser. Einzig eine Steinmole im Einstiegsbereich gilt es sicher zu umfahren. Vis-a-vis liegt die Insel Vilm, am Horizont erhebt sich die Steilküste der Halbinsel Zudar.

Es dämmert, als ich vom Wasser komme. Wohlige Erschöpfung macht sich In mir breit, während ich mich auf die letzten Kilometer in Richtung meiner Pension begebe, vorbei an den altehrwürdigen Seebädern. Mein Ziel lautet "Gager" auf der Halbinsel Mönchgut. Spät erreiche ich die Unterkunft, der Schlüssel zur Ferienwohnung steckt und ein Zettel klebt an der Tür: "Frühstück um neun Uhr, herzlich Willkommen!" Es fühlt sich an wie nach Hause kommen, denke ich noch. Dann drehe ich mich um und falle in einen tiefen, traumlosen Kiterschlaf.

Tags darauf regt sich entgegen aller Vorhersagen kein Lüftchen. Ich schnappe mir einen Kaffee, mache es mir auf der Terrasse bequem und plane, mich später mit einem Rügen-Local zu treffen. Haiko Ist auf der Insel geboren, ein begeisterter Kiter und Inhaber der Schule "Proboarding“ in Klein Zicker. Er bietet nicht nur Kitekurse sondern auch wunderschöne Ferienwohnungen in Wassernähe an. Haiko erzählt mir von den Spots auf Mönchgut: "Als Kiter hast du die Möglichkeit, in Thiessow oder Lobbe auf der Ostsee zu kiten oder aber dich auf dem Bodden auszutoben.“ Sein hohes Engagement, wenn es darum geht, die hiesigen Spots für Kiter zu erhalten, ist sofort spürbar. Er hat mit mehreren Gemeinden Vereinbarungen treffen können, die es den Kitern ermöglichen, trotz der strengen Regulierungen im Biosphärenreservat Rügen ihrem Hobby nachzugehen. Er weist mich darauf hin, dass ich prinzipiell an jedem Strand starten könne, solange ich immer darauf achte, die vielen Schilfgürtel strikt zu meiden. Zudem ist es im Sommer an den meisten Stränden der Insel erst nach 18 Uhr erlaubt zu kiten. Da für heute sowieso kein Wind mehr erwartet wird, verabreden wir uns für den nächsten Tag zu einer gemeinsamen Session.

 

Erst am Nachmittag des kommenden Tages schmeißt der Himmel seine Turbinen an. Als ich Lobbe erreiche, ist Haiko schon vor Ort. Lobbe ist ein wunderbarer Ostseespot, der durch vorgelagerte Sandbänke großflächig stehtief ist. Leider hat der Wind nicht genug Kraft und wir wechseln auf die andere Seite nach Middelhagen am Bodden. Wir messen 16 Knoten und bauen auf. Middelhagen ist nur im vorderen Bereich stehtief; erreicht man aber die andere Seite, erstreckt sich dort eine große Sandbank und glasklares Wasser gibt die Sicht bis auf den Grund frei. Der Wind hat jedoch weiter Startschwierigkeiten und weht reichlich böig. Je höher aber die Sonne schraubt, desto beständiger wird er. Erschöpft, zufrieden und glücklich kommen wir erst spät wieder vom Wasser. Ich packe meinen Stuff zusammen und lasse den Blick ein letztes Mal über den Bodden schweifen. Der Wind soll am Folgetag mehr auf Nordost drehen und im Norden Rügens gibt es dann perfekte Wellen wie Haiko noch erwähnt, bevor sich unsere Wege trennen.

 

Die Gardinen am Fenster bauschen sich bereits im Morgengrauen. "Klappt doch", denke ich bei mir. Eine Dusche und eine Tasse Kaffee später holpere ich auch schon über die alte Dorfstrasse und grüße die Damen des Hauses, die in der Einfahrt stehen und einen morgendlichen Schwatz halten. Dann biege ich auf die Straße Richtung Norden ab. Auf Rügen sind die Entfernungen zwischen den Spots zwar nicht wirklich groß, dennoch muss man etwas mehr Zeit als gewohnt einplanen. Die alten Alleen sind kurvig und eng, viele Touristen sind unterwegs zum Jagdschloss in Granitz, zum Flanieren nach Binz oder zu einer Wanderung an der langen Kreideküste. Der Nordostwind nimmt zu, je weiter ich nach Norden gelange. Ich werde heute kiten bis zum Umfallen, denke ich. Vorher steht aber noch eine Verabredung in Suhrendorf bei "Windsurfing Rügen/Kite Island" auf dem Programm. Daniel begrüßt mich mit einem breiten Lächeln und erklärt mir das Revier auf der Halbinsel Ummanz.

Das Rügen Surfhostel bietet quasi ein ,,AII-inclusive"-Paket an. Direkt am Spot befinden sich dort nicht nur eine Kiteschule sondern auch Unterkünfte verschiedener Kategorien. Nach der Session kann man im Rügen Surfhostel bei Pizza und Bier den Sonnenuntergang genießen und die Tricks des Tages mit den Freunden diskutieren. Regelmäßig gibt es auch Konzerte lokaler Bands - Kiten, ChilIen, Feiern, es ist alles an einem Platz.

Suhrendorf hat eine große ausgewiesene Kitezone, die es ermöglicht, mitten im Biosphärenreservat zu kiten. Ich werde darauf hingewiesen, dass die Kiter sehr stolz darauf sind, mit den Naturschützern dieses Abkommen getroffen zu haben. Der, Spot sei bei Verletzung der Vorschriften aber immer noch gefährdet. Da in Suhrendorf der Nordostwind ablandig weht, verzichte ich für heute darauf, vor der grandiosen Kulisse der Insel Hiddensee zu kiten und fahre weiter nach Mukran.

Ich habe mich dort mit alten Bekannten verabredet, den Kitenoobs. Dieser verrückte Haufen unermüdlicher Frühaufsteher bietet eine wunderbare Plattform für Anfänger, Aufsteiger und all diejenigen, die es bevorzugen am Wochenende vor dem großen Pulk der Kiteszene ihre Runden auf dem Wasser zu ziehen. Die Gemeinschaft um ihren Gründer Christian Nagel ist so enorm gewachsen, dass die Arbeit inzwischen auf mehrere Schultern verteilt werden muss. Die Noobs verlassen Sich dabei auf ein gut funktionierendes "Paten-System", welches gewährleistet, dass die legendären „Anfänger - und Frühsessions" an den Wochenenden von einem Spotkenner betreut werden. Dieser liefert dann Hinweise zu örtlichen Besonderheiten, gibt Tipps und Wirft immer ein Auge darauf, was auf dem Wasser passiert. Es ist faszinierend zu sehen, welchen Stellenwert die Noobs im Norden Inzwischen bei vielen Anfängern und Aufsteigern haben. Die Idee, Kite-Anfängern durch die Anwesenheit Gleichgesinnter Sicherheit zu vermitteln, ist einfach einzigartig. Mukran bietet bei Ostwind nicht nur eine atemberaubende Kulisse mit dem nahe liegenden Fährhafen, es laufen dort auch die schönsten Wellen der Insel. Die vorgelagerte Sandbank sorgt für einen recht anspruchsvollen Shorebreak. Ist dieser allerdings überwunden, wird man mit sauber laufenden

Wasserbergen belohnt. Leider dreht der Wind an diesem Tag weiter auf Nord und wird zu schwach. Wir überlegen kurz und beschließen, auf den Bodden zu fahren. Für Flachwasser sollte es noch reichen. Die Schirme Ins Auto, das Handtuch über den Sitz und die Karawane windsuchender

Menschen macht sich auf den Weg nach Banzelvitz am Jasmunder Bodden. Banzelvitz ist ein beliebter Spot im Norden, wenn der Wind aus östlichen Richtungen kommt. Aufgebaut und gestartet wird auf der Wiese. Dann geht es durch eine in das Schilf geschlagene Schneise aufs Wasser.

Auch in Banzelvitz sollte ein ausgiebiger Abstand zum Schilfgürtel gehalten werden. Oberhalb von Banzelvitz gibt es den Campingplatz "Banzelvitzer Berge". wo man übernachten und warm duschen kann. Den Rest des Tages amüsieren wir uns im kabbeligen Wasser des Jasmunder Boddens. Trotz der 30 Schirme am Himmel hat jeder ausreichend Platz h.ir die ersten Schritte oder das Erlernen neuer Tricks. Auf dem Rückweg sehe Ich dann in Lobbe Kites am Himmel. Ich mache Halt und laufe an den Strand hinunter. Dieser Spot liegt südlich von Mukran auf Mönchgut und stellt bei östlichen Windrichtungen eine gute Alternative dar. Allerdings nur in der Nebensaison, da das Kiten im Sommer erst erlaubt ist, wenn die Badegäste schon beim Abendessen in den Restaurants sitzen. Es ist kalt geworden und ich beschließe,  es beim Fotografieren zu belassen. „Was für ein Urlaub!“, schießt es mir durch den Kopf, als ich den Zündschlüssel umdrehe. Fast jeden Tag verwöhnt von Wind und Sonne. Die Spotvielfalt  auf Rügen ist einzigartig und dank der zahlreichen Ausweichmöglichkeiten muss man sich das Wasser nie mit mehr als fünf Kitern teilen. Ist man dem Cruisen und Springen auf offener See oder auf dem Bodden überdrüssig, kann man auch Kultur tanken, lesen, mit Inlineskates die Deichlandschaft erkunden, Golf spielen, Freibäder besuchen, die imposanten Seebäder mit ihrer außergewöhnlichen Architektur bestaunen oder einfach den Schwänen hinterher schauen. Auf Rügen wird das Kiterherz verwöhnt,  gerade weil es junge engagierte Menschen wie Haiko, Daniel oder Florian gibt, die jeden Winter mit den Naturschützern und den Gemeinden an einem Tisch sitzen und für die Spoterhaltung viel Kampfgeist den Tag legen.

Mein letzter Tag ist angebrochen. Ich bin sehr früh wach und denke nicht lange nach, als ich die Birke vor dem Haus schwanken sehe. Diesmal baue den Kite gleich im Garten der Pension auf. Dann muss ich nur noch über die Mole und finde einen Einstieg auf den Bodden. Noch vor dem Frühstück ziehe ich einsame Runden und döse während der Mittagszeit, um pünktlich zum zunehmenden Nordostwind wieder zusammen mit den Jungs von Proboarding auf den Bodden vor Gager zu gehen. Gager ist einer Schulungsspots auf Mönchgut. Aufgebaut wird dort an der Hafenmole. Dann gelangt man über einen steinigen Einstieg ins Wasser und startet dort. Wer nicht selbstständig in die Schulungszone hinaus fahren will, kann sich von Proboarding mit einem Boot auf eine einsame Sandbank bringen lassen. Das Wasser ist durchgehend knietief und glasklar.

Nach der Session schmeiße ich meinen Kram ins Auto, verabschiede mich von meinen liebevollen Herbergseltern und fahre nach Dranske. Dort will ich mir die Kiteschule von "Dr. Kite" anschauen. Ein Stehrevier empfängt mich. Florian ist der dritte engagierte In dieser Woche treffe. Er ist Eigentümer der in Dranske ansässigen Kiteschule. Im Gespräch mit ihm merke ich deutlich, wie sehr den Jungs hier oben die Spoterhaltung, das Meer, die Natur und ihr Sport am Herzen liegen. Dr. Kite arbeitet eng mit dem nahegelegenen „NoHotel" zusammen, ein Hostel mit viel Charme, welches in den vergangenen Jahren vom Soldatenhelm zur Surferherberge umgerüstet wurde. Preiswert, praktisch und dank Rundumbetreuung sehr familiär. In Dranske können sowohl Kitekurse belegt, als auch Kanuausflüge gebucht oder Fahrräder gemietet werden. Der Spot besticht durch seine Ursprünglichkeit. Der Einstieg ist etwas eng, und eine Seebrücke beschränkt den Platz zusätzlich, doch dann findet sich unendlich viel Platz. Schulungen finden in Dranske deshalb weit draußen auf dem Bodden statt, dort wo keine Hindernisse stören und den Schülern maximale Sicherheit geboten wird. Dr. Kite setzt wegen des engen Einstiegs auf ein Shuttle-Boot, mit dem die Schüler auf den Bodden gefahren werden. Kommt der Wind von Westen, weicht die Schule nach Wieck auf der anderen Seite des Boddens aus. Nach einer letzten Stunde auf dem Bodden sitze ich in der Sonne, lasse mir einen Sanddornsaft schmecken und die vergangene Woche vor meinem inneren Auge vorbeirauschen. Gewappnet für die kommenden Wochen in der brodelnden Großstadt sattele ich das Gefährt und begebe mich zurück in Richtung grauer Asphalt.

 
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